Archiv des Autors: Marko

über das Ziel hinaus

Sporadisch und ohne erklärbaren Grund schießt hin und wieder der parametrische EQ meiner/der A&H iLive selbstständig über das Ziel hinaus. Selektiert man diesen Kanal sind die max. möglichen +15 dB EQ-Gain überschritten. Es gibt zwar eine Fehlermeldung, aber der unschöne Umstand ist leider nur in der graphischen Darstellung des EQ’s zu erkennen (rote Pfeile).

In der parametrischen Ansicht beider Bändern ist nur von den max. möglichen +15 dB die Rede obwohl graphisch deutlich mehr als 15 dB Gain dargestellt sind.

Bewegt man die betreffenden Regler ist plötzlich auch graphisch wieder alles so wie es soll und die Darstellung stimmt mit der Realität überein.

Messung (grün) enspricht der Sollkurve, die Messung mit dem fehlerhaft angezeigten EQ ist in rot zu sehen. Glücklicherweise kam es nicht zu diesen extremen Anhebungen (>15 dB) wie oben dargestellt, aber leider hat die Darstellung im Pultscreen dann auch nichts mit den realen Messwerten zu tun – also Augen und Ohren offen halten!

 

Monitor-Mess-Orgie

Bei schönstem Wetter haben wir gestern eine Anzahl von Monitorboxen geprüft und gemessen. Dabei fiel bei einem deutschen Produkt ein satter 900 Hz-Peak auf, der konstruktionsbedingt dem verbauten 15er Coax anzulasten ist (rosa). Leider begradigt die eingebaute einfach gestrickte Frequenzweiche diese Unschönheit nicht, so dass es Sinn machte sich ein Ausgangspresets für’s Pult zu erstellen (hellgrün).Nicht nur ein Exemplar fiel bei der Messung aus der Reihe, verdreckte Luftspalte oder verpolte Hochtöner waren schnell erkannt. Am schlimmsten hatte es aber diesen Coaxtreiber erwischt.

 

 

HF-Pegelgenerator im Osternest

Der Osterhase legte mir einen HF-Pegelgenerator ins Osternest und so ließ sich das bescheidene Osterwetter für eine zünftige indoor HF-Messung nutzen.

Gemessen wurde der Frequenzgang eines Antennencombiners SHURE PA765  nebst Sendeantenne JTS UDA-49P verbunden über 15 m höherwertiges HF-Kabel im Bereich von 823 MHz (unterste Frequenz der LTE-Mittenlücke) bis 865 MHz (oberste Frequenz ISM-Band). Die Messungen erfolgten unabhängig mit zwei verschiedenen Antennen am Analyzer.

Messung Antenne 1 von 823 bis 865 MHz LTE-Mittenlücke und ISM-Band

Messung Antenne 2 von 823 bis 865 MHz LTE-Mittenlücke und ISM-Band

Der Pegleverlust von „einigen dbm“ sind in der HF-Technik schon recht viel. Die Messung mit beiden Empfangsantennen zeigt einen rel. hohen Verlust von ca. 5 dBm zu den höheren Frequenzen (ISM-Band), der hauptsächlich der Sendenantenne sowie der Kabeldämfung anzulasten ist. Der Combiner verhielt sich in diesem Bereich fast linear, so dass mit dieser o. g. Kombination der Betrieb im unteren Bereich, also der LTE-Mittenlücke (823-832 MHz) vorzuziehen ist.

auf dem Seziertisch

Heute auf dem Seziertisch eine ALESIS FUSION HD Workstation. Das Dingen ist schon durch das Metallgehäuse und die gewichtete Tastatur kein Leichtgewicht mehr, aber der wartungsfreundliche Aufbau hat mir gefallen. Schon durch ein Klopfen auf das Gehäuse oder eine Erschütterung bootete das Gerät neu. So ein Fehler macht auf Livebühnen so richtig Spaß. Will man seinen Keyboarder in Verlegenheit bringen klopft man einfach auf das Keyboardgehäuse …

Alesis Fusion HD geöffnet

So war der Fehler recht schnell gefunden, eine kalte Lötstelle im Schaltnetzteil.

kalte Lötstelle im SNT

Der Anschluß der internen Festplatte schien mir etwas wacklig, habe ihn gleich noch mal abgepolstert und fixiert.

Polsterung Anschluß HDD

 

 

HF-Rettungsbesteck

Per Overnight-Pizza-Kurier traf noch heute Nacht das HF-Rettungsbesteck ein.

Over-Night-Pizza-XXL

Das Rettungsset bestehend aus einem Paddel (einer passiven Richtantenne) nebst 15 m Rettungsleine (verlustarmes HF-Kabel)

JTS-Paddel und HF-Kabel

wurde gleich mit dem RF-Explorer auf mehreren Frequenzen zwischen 800 und 820 MHz getestet.

RF Explorer for Windows

Bei beiden Teilen ließen sich die Werksangaben nachvollziehen, die JTS UDA-49P Richtantenne hat im Mittel einen Antennengewinn von satten 10dBi, das hochqualitative Kabel im gemessenen Bereich eine Dämpfung von nur 5,6 dB, was in etwa der Werksangabe entspricht. Mit dieser Kombination hat man folglich einen Gesamtgewinn > 4 dB. Würde man anstatt des hochwertigen GZL5000 ein übliches RG58 Kabel verwenden wäre der Antennengewinn spätestens nach 15 m Kabellänge aufgebraucht.

Pimp the PGX

Im Livebetrieb fielen mir bei der Verwendung von Shure PGX Funkstrecken immer wieder Störgeräusche bzw. Einstreuungen auf. Insbesondere bei nicht so stimmgewaltigen Sprechern (Bauchrednern) traten diese Probleme auf. Nach langer Suche im www fand ich dann auch mit Ernüchtern das Schaltbild der PGX Ausgangsstufe.

Ausgangsschaltung Shure PGX

Eine solche Schaltung nennt man „Impedanz Symmetrierung“. Die PGX-Serie sendet am XLR-Out nur typischen Mikrofonpegel !!, am Klinke-Out liegt hingegen wesentlich höherer Pegel an. Beide Signal sind leider nicht wirklich symmetrisch sondern eben nur „Impedance balanced“ und deshalb für längere Kabelwege ungeeignet. Über Sinn oder Unsinn dieser Schaltung will ich hier nicht philosophieren, nur macht sie in der Praxis oft Ärger und ist bei der Verwendung der XLR-Outs in Verbindung mit längeren Kabeln die Ursache für die o.g. Problematik.

Abhilfe brachte der Einbau eines Neutrik – NTE-1.  Dieser Line-Übertrager scheint durch seine elektrischen Werte, die geringe Baugröße und den geringen Preis (<10 EUR) wie geschaffen für diese Aufgabe.

Neutrik – NTE-1 Line-Übertrager

Abgegriffen hab ich das Signal am höherpegligen KlinkeOut und dann trafosymmetrisch wieder auf die XLR-Buchse geführt, letzendlich den Trafo an der Klinkenbuchse fixiert.

Shure PGX modified, Trafo fixiert

Leider habe ich den Frequenzgang der Sendestrecke vor dem Einbau des Trafos nicht gemessen, vor der nächsten Implantation messe ich aber nach. Nach der Trafosymmetrierung sieht’s dann so aus (vermutlich kaum anders als vor dem Umbau).

Shure PGX modified balanced Output

Der LoCut (Trittschallfilter) bei 63 Hz ist für Mikrofone typisch, ebenso scheint der leichte und konstante Pegelabfall oberhalb 1 kHz gewollt und praxisgerecht. Immerhin fällt das Signal der Sendestrecke erst oberhalb 16 kHz steiler ab, was will man mehr. Klanglich fiel mir nach dem Umbau jedenfalls kein Unterschied auf, eben nur das am XLR-Out ca. 10 dB mehr Pegel (trafosymmetrisch) zur Verfügung stehen und man am Mischpulteingang wesentlich mehr Dampf hat, somit weniger Gain benötigt 😉

ein lehrreicher Tag

Auf den gestrigen „Shure – Digital Power Days“ bei Fachwerk haben wir unser Wissen über digitale Funkstrecken gefestigt und ausgebaut. Sehr informativ! Vielen Dank an die Verantwortlichen und die Organisatoren.

Berechnung von Funkstrecken

Zur Berechnung der Sendefrequenzen für Funkstrecken z.B. für Funkmikros, Taschensender oder IEM-Systeme empfiehlt sich die Software SHURE Wireless Workbench. Mit dieser kostenlosen Software lassen sich herstellerübergreifend die zueinander passenden Funkfrequenzen berechnen, wobei sich belegte, störende Bereiche z.B. DVB-T, LTE ausgrenzen lassen. Um unvorhergesehene Überraschungen zu vermeiden ist ein Frequenzscan vor und auch möglichst während der Veranstaltung unablässig. Der Markt biete viele teure Geräte die einen Echtzeitscan durchführen können. Eine kostengünstigere Methode, die fast in Echtzeit arbeitet, möchte ich hier kurz vorstellen.

Zuerst wären mit dem RF-Explorer die vorhandenen Funkfrequenzen zu scannen.Diesen Scan mit Hilfe der mitgelieferten Software in eine *.csv – Datei umwandeln, die noch kurz editiert werden muss. Das Ergebnis (pink) lässt sich dann ins Shure WWB importieren und wird bei der Berechnung berücksichtigt.So lassen sich in diesem Besipiel sechs weitere kompatible! Funkfrequenzen (grüne Fähnchen) um die „Störfrequenz“  in die s. g. LTE-Mittenlücke packen.Kostet etwas Zeit, spart aber ’ne Menge Kohle 🙂

 

ein alter Bekannter

Gestern lag ein alter Bekannter auf meinem Tisch. Die sporadischen Bootprobleme des Sorgenkindes ließen sich durch Fixierung der RAM-Riegel mit Kabelbindern beheben. Außerdem war die Nichtfunktion aller! analogen Ein- u. Ausgänge abzuklären. Hier entpuppte sich eine verlorengegangene Versorgungspannung als Ursache. Diese Spannung sollte vom Mainboard über eine PCI-Karte zum Audioboard geleitet werden, blieb aber irgendwo im Inneren einer Sandwichleiterplatte verschollen. Eine kleine Drahtbrücke vom Mainboard zur Audiokarte sorgte für Abhilfe und nun geht der (Guitar) Input auf der Frontplatte auch wieder.

Muse Research Receptor