Archiv des Autors: Marko

Recapping

Die Tage flatterte mir ein SONY STR-DB940 auf den Tisch. Ein etwas in die Jahre gekommener FM-Reciever mit diversen analogen und digitalen Ein- u. Ausgängen nebst verschiedenen Routingmöglichkeiten. Die Audiosignale können über fünf Leistungsverstärker (Links, Rechts, RearL, RearR und Center) an die Boxen gesendet werden.

Fehlerbild: Massiver Bass und Pegelverlust im rechten Ausgang. Eine Messung ist leider nicht dokumentiert. Nach Öffnen des Gehäusedeckels konnte man schon die Ursache erkennen, jede Menge ausgelaufene Elektrolytkondensatoren. Werden diese Elkos als Koppelkondensatoren verwendet, wirkt ein Kapazitätsverlust wie ein Hochpass, Ursache für den Bassverlust im rechten Kanal. Also Recapping, so bezeichnet man im Elektronik-Bereich das Ersetzen von gealterten, defekten Kondensatoren.Um an die defekten Elkos zu kommen musste fast das ganze Gerät zerlegt werden.

Nun liesen sich diverse Kondensatoren in der Eingangsstufe, im Bufferverstärker und in der Vorstufe zum Leistungsverstärker wechseln. Zum Schluß blieb keine einzige Schraube übrig 😉 und das Ergebnis kann sich sehen bzw. hören lassen. Beide Frontkanäle sind wieder gleich, Pegelabfall ca. 1 dB bei 20 Hz.

Symmetriefehler behoben

Im vorigen Beitrag erwänhte ich einen Symmetriefehler in einem HÖFEX IIIm letzten Beitrag ist  in der Skizze ein Widerstand zu viel eingezeichnet auch die Werte sind  nicht korrekt. Hier das richtige Schaltbild der Ausgangsstufe des HÖFEX II.Die recht komplexe Schaltung ermöglicht den Abgleich der Ausgangssymmetrie. Im vorliegenden Gerät ließ sich ein Kanal nicht mehr korrekt abgleichen. Das dazugehörige Trimmpoti  war am Endanschlag, die Symmetrie aber immer noch mehrere Prozent daneben. Nach langer Suche stellte sich heraus dass kein wirklicher Defekt vorlag, aber diese Schaltung sehr „empfindlich“ reagiert. Herstellerseitig wurden schon engtolerierte Widerstände mit max. 1% Abweichung vom Nennwert verwendet, diese sind anscheinend für diesen Zweck zu ungenau. Ein verbauter 10kOhm – Widerstand in der Gegenkopplung des NE5532  hatte real 10,05 kOhm und wurde durch einen anderen 10kOhm-Widerstand mit realen 9,97 kOhm ersetzt und schon passte es wieder. Man konnte die Ausgangssymmetrie mit dem 50kOhm Trimmpoti genau abgleichen.

Das geht einfacher

Ich quäle mich grad mit einem älteren Gerät herum, Symmetriefehler der Ausgangsschaltung. Vorab musste ich mangels Unterlagen mühselig die Schaltung abnehmen. Hier die (hoffentlich richtige) Skizze dazu.

Warum verwenden die Hersteller nicht gleich One-Chip Linedriver wie z.B. den SSM2142 oder DRV134 ? Diese IC’s sind wirklich gut. Da keine Außenbeschaltung notwendig ist sind sie wesentlich billiger und ersetzen locker solch aufwändige Schaltungen wie oben.

Das geht besser

In der Vorweihnachtszeit absolvieren viele Unternehmen ihre Weihnachtsfeiern und so war ich gestern im HKB zu Neubrandenburg in akustischer Mission unterwegs. Eine bunte Mischung aus Moderation, einer Nachwuchs und einer „Alt Herren“- Band sowie eine, an der Schmerzgrenze agierende, Halbplaybackshow galt es zu Supporten. Nun ist das aufwändig modernisierte Haus auch mit einer modernen Beschallungsanlage ausgestattet worden, jedoch völlig konzeptlos.

Kurz vor der Veranstaltung habe ich mangels Zeit nur grob die Abmessungen des Saales in die vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellten Software eingegeben. Schon die Simulation offenbart das Problem. Das Linearray schwäbischer Herkunft hängt mit falschem Kurving an falscher Stelle. Im oberen Teil der Grafik ist der Bühnenbereich (blau), die Tanzfläche (rosa) und der Publikumsbereich (gelb) simuliert. Da die beiden oberen Arrayelemente generell ins Nirvana bzw. gegen die Rückwand zielen, sind sie in dieser Simulation, auch wie auf der Veranstaltung abgeschaltet. Im unteren Teil der Grafik ist dann sehr gut die Pegelverteilung bei 500 Hz und 1 kHz zu erkennen. Da sich die Tanzfläche (rosa) hinter dem Array befindet ist diese nicht ohne zusätzliche! Technik zu beschallen. Im Publikumsbereich gibt es durch das ungünstige Kurving schon in der Simulation eine fette Pegelbeule die auch in der Realität vorhanden ist – Leute das geht definitiv besser!

Ärgerlich

Es ist schon ärgerlich wenn zwei fast nagelneue, baugleiche Boxen wegen dem genau gleichen defekt in der Frequenzweiche (abgebrochener Widerstand) vom Hersteller „repariert“ zurückkommen und dann in einer Vergleichsmessung so aussehen …

Pimp my Topteil (2)

Vor der gestrigen Veranstaltung bot sich die Möglichkeit in einem akustisch relativ günstigen Raum ein paar Messungen des überarbeiteten Topteils durchzuführen. Durch Anpassung des Frequenzgangs in den  Controllersetups ließen sich die V12 Nearfills (12″/1″)  in gelb, weitestgehend mit den EF-6 Tops (2 * 12″ / 1 * 1,4″)  in „Einklang“ bringen (rote Kurve). Im unteren Bereich sind die Messungen wegen aufstellungsbedingten und unterschiedlichen Bodenreflexionen nicht so aussagekräftig. Die Frontfills habe ich wegen der Nähe zum Zuhörer im Hochtonbereich etwas geschmeidiger auslaufen lassen, während die MainTops bei größeren Abhörentfernungen schon eher mit der Luftdämpfung im Hochtonbereich zu kämpfen haben.

Pimp my Topteil (1)

Für vier schwäbische Hochleistungstopteile liegt ein Umbau an. Akustisch unterschieden sich die Boxen im Hochtonbereich schon hörbar, die Messdaten bestätigen diesen Eindruck.Der Ausreißer (in pink) kam zuerst auf den Tisch. Ursache für den Pegelverlust im Hochtonbereich war eine gegrillte Spule des Hochtöners, eventuell sogar mit einem Windungsschluß.

Auf Empfehlung des deutschen RCF-Vertriebes wurde der in die Jahre gekommene 1,4 Zoll Treiber durch ein neues Modell ersetzt. Dieser neue Treiber soll sich durch weniger Verzerrungen und eine erweiterte Hochtonwiedergabe auszeichnen. Letzteres ließ sich schon mal eindrucksvoll messtechnisch bestätigen (gelbe Kurve).Die Entzerrung des Hochtonweges wurde im Systemcontroller durch Änderung zweier Filter messtechnisch angepasst. Die neue, vorläufige Entzerrung des Hochtontreibers ist in weiß dargestellt und wird aber in der Praxis sicher noch optimiert.Dieser neue 1,4 Zoll Treiber verspricht in jedem Fall einen Gewinn an Performance. Durch den erhöhten Wirkungsgrad insbesondere im Hochtonbereich muss weniger Leistung bei gleichem akustischem Output zugeführt werden, heißt im Umkehrschluss weniger Erwärmung und Verzerrungen sowie eine höhere Belastbarkeit, außerdem ist die Hochtonwiedergabe nun um einiges linearer 🙂

08/15

Am folgenden Feiertag bestand die Aufgabe ein shut out zwischen zwei verschiedenen 8 Zoll Tops, eines davon ein Coaxsystem, durchzuführen. Beide Modelle werden vom gleichen Hersteller im Ländle (nicht in Backnang!)  gefertigt. Nach einem Anlaufproblem mit der Remotesoftware für den aktiven Systembass ließen sich die Werkspresets für die  entsprechenden Tops problemlos abrufen. Der Sieger, das Coax-Topteil (hellgrün) war schnell gefunden, während das andere Top (pink) klanglich und auch messtechnisch durchfiel.

Ein paar Geschmacks EQ’s brachten das präferierte System noch etwas nach vorn. Die Kombination aus dem kompakten, aktiven 15 Zoll Systembass mit internen Controllerendstufen sowie dem coaxialen Topteil wussten nicht nur klanglich zu Überzeugen – ich finde diese Kombination in dieser Leistungsklasse eine echt gute Wahl.

zwei Dutzend Galeos

Der Brückentag ließ sich ganz gut nutzen um gut zwei Dutzend Galeo Tops auszumessen. Bei der Lagermessung gab’s eine Hand voll defekter Hochtöner, die hier nicht aufgeführt sind. Der Pegeleinbruch bei ca. 1,25 kHz ist wohl einem nicht ganz passenden Controllerpreset anzulasten. Hauptsächlich ging es aber um die Identifizierung defekter Treiber und die Exemplarstreuung auszuloten. Für diese große Anzahl Boxen älteren Semesters sieht das aber ganz ordentlich aus.

Galeo Tops

vier neue Hochtontreiber

Bevor Box XXX umgerüstet wird habe ich mal vier neue baugleiche 1,4 Zoll Hochtontreiber miteinander verglichen. Bei dieser Funktionsprüfung (ohne Horn) kam es nicht auf den Frequenzgang, sondern eher auf exemplarische Abweichungen an. Die Exemplarstreuung bewegt sich bis ca. 14,5 kHz im Bereich von ca. einem Dezibel, darüber wird es der Messungenauigkeit und Messmethode geschuldet etwas turbulenter. Die Abweichungen oberhalb 15 kHz spielen für den Livebetrieb sowieso eine untergeordnete Rolle und sind bei dieser „Baustellenmessung“ zu ignorieren.