Das geschenkte Spirit

Ein Bekannter, Name von der Redaktion geändert 😉 brachte ein defektes Analogpult vorbei. Das Soundcraft Spirit 8 mit 16 Eingängen wurde ihm als „defekt“ geschenkt.

Das Fehlerbild:

  • Beide Masterausgänge zerrten
  • Der PFL-Buss zerrte
  • Die linke LED-Kette für Master/PAFL ging nicht
  • am Kopfhörerausgang war seltsamer Weise L & R vertauscht

Bei der Demontage des Pultes fielen mir recht lose sitzenden Potiverschraubungen an einem Modul auf. Es war also schon mal jemand am Werk. Nachgearbeitete Lötstellen an einem Schaltkreis auf dieser AUX-Master-Platine bestätigte meine Vermutung.

Ohne Schaltplan war da jedenfalls nichts zu machen. Kostenlos und kurzfristig stellte mir Fa. AUDIO PRO Heilbronn das Schaltbild zum Download bereit, vielen Dank dafür. Als Ursache für die Verzerrung war ein defekter Schaltkreis auszumachen. Dieser IC übernahm für den Kopfhörerausgang die Umschaltung zwischen PAFL- und Mastersignal. Ist kein PAFL-Signal aktiviert, dann wird dafür das Mastersignal auf die Kopfhörer gegeben, eine übliche Schaltung. Mit dem Wechsel des defekten Schaltkreises hatte ich gehofft die ersten zwei Fehler zu beseitigen, doch es funktionierte wieder alles, alle Fehler behoben, auch L&R im Kopfhörerausgang war wieder richtig zugeordnet –  Erstaunlich, aber warum?

Beim Zusammenbau der Konsole wurde es dann klar. Eine vierpolige Verbindung zwischen den beiden Mastermodulen

und dem AUX-Master-Modul lässt sich hier auch ohne Weiteres um 180 grad gedreht, also falsch herum, stecken.

Genau dieses Missgeschick muss dem „Reparateur“ vor mir passiert sein.

 

Klirrfaktor Class-D Amplifier vs. Class-H Amplifier

Beim Umbau von ein paar Topteilen habe ich Vergleichsmessungen zweier verschiedener Markenamps aus Schweden und aus Spanien mit einem 100 Hz Sinuston und einem 650 Hz Sinus dokumentiert. Klar zu erkennen ist der prinzipbedingte und wesentlich höhere Klirrfaktor des Class D-Amplifiers (PWM) in gelb. Bei 650 Hz (Bild unten) wird es dann noch deutlicher, der Pegel der unerwünschten Oberwellen steigt signifikant an.

Klirrfaktor Class-D Amplifier vs. Class-H Amplifier bei 100 Hz

Klirrfaktor Class-D Amplifier vs. Class-H Amplifier bei 650 Hz


Neu im Verleih – coole Kiste

Jetz neu im Verleih die IPD 2400 von den Labgruppen . Ein Leistungsverstärker mit 2 x 1200 W  an 4 Ohm und DSP-Controller in einer Höheneinheit. Das Ganze ist auch über eine Netzwerkverbindung per Software steuerbar. Besonders cool ist die Anzahl an Werkspresets. Als Beispiel das FLAT-Preset (grün) sowie einiger schwäbsicher Kisten.

verschiedene Presets

Abweichler

Das Behringer ECM8000 ist als preisgünstiges Messmikrofon sehr beliebt, allerdings auch wegen seiner relativ hohen Exemplarstreuung bekannt. Hier einmal drei Mikrofone diesen Typs im Vergleich zum „Referenzmikrofon“ gemessen.

Nicht so zuverlässig

Zum wiederholten male musste diese RAM Audio S-4044 4-Kanal Endstufe zum Service. Vor einiger Zeit wurde das komplette Mainboard gewechselt, nun war das Netzteil defekt. So sehr ich diese 4-kanaligen Brüder wegen der Audioqualität (geringe Verzerrungen, hohe Dynamik) und des geringen Gewichtes schätze, Zuverlässigkeit ist jedoch was Anderes 🙁Alle vier Kanäle mit schaltbarem 50 Hz-LoCut und einmal alle Kanäle linear gemessen, kaum Abweichungen unter den vier Kanälen 🙂

Recapping

Die Tage flatterte mir ein SONY STR-DB940 auf den Tisch. Ein etwas in die Jahre gekommener FM-Reciever mit diversen analogen und digitalen Ein- u. Ausgängen nebst verschiedenen Routingmöglichkeiten. Die Audiosignale können über fünf Leistungsverstärker (Links, Rechts, RearL, RearR und Center) an die Boxen gesendet werden.

Fehlerbild: Massiver Bass und Pegelverlust im rechten Ausgang. Eine Messung ist leider nicht dokumentiert. Nach Öffnen des Gehäusedeckels konnte man schon die Ursache erkennen, jede Menge ausgelaufene Elektrolytkondensatoren. Werden diese Elkos als Koppelkondensatoren verwendet, wirkt ein Kapazitätsverlust wie ein Hochpass, Ursache für den Bassverlust im rechten Kanal. Also Recapping, so bezeichnet man im Elektronik-Bereich das Ersetzen von gealterten, defekten Kondensatoren.Um an die defekten Elkos zu kommen musste fast das ganze Gerät zerlegt werden.

Nun liesen sich diverse Kondensatoren in der Eingangsstufe, im Bufferverstärker und in der Vorstufe zum Leistungsverstärker wechseln. Zum Schluß blieb keine einzige Schraube übrig 😉 und das Ergebnis kann sich sehen bzw. hören lassen. Beide Frontkanäle sind wieder gleich, Pegelabfall ca. 1 dB bei 20 Hz.

Symmetriefehler behoben

Im vorigen Beitrag erwänhte ich einen Symmetriefehler in einem HÖFEX IIIm letzten Beitrag ist  in der Skizze ein Widerstand zu viel eingezeichnet auch die Werte sind  nicht korrekt. Hier das richtige Schaltbild der Ausgangsstufe des HÖFEX II.Die recht komplexe Schaltung ermöglicht den Abgleich der Ausgangssymmetrie. Im vorliegenden Gerät ließ sich ein Kanal nicht mehr korrekt abgleichen. Das dazugehörige Trimmpoti  war am Endanschlag, die Symmetrie aber immer noch mehrere Prozent daneben. Nach langer Suche stellte sich heraus dass kein wirklicher Defekt vorlag, aber diese Schaltung sehr „empfindlich“ reagiert. Herstellerseitig wurden schon engtolerierte Widerstände mit max. 1% Abweichung vom Nennwert verwendet, diese sind anscheinend für diesen Zweck zu ungenau. Ein verbauter 10kOhm – Widerstand in der Gegenkopplung des NE5532  hatte real 10,05 kOhm und wurde durch einen anderen 10kOhm-Widerstand mit realen 9,97 kOhm ersetzt und schon passte es wieder. Man konnte die Ausgangssymmetrie mit dem 50kOhm Trimmpoti genau abgleichen.

Das geht einfacher

Ich quäle mich grad mit einem älteren Gerät herum, Symmetriefehler der Ausgangsschaltung. Vorab musste ich mangels Unterlagen mühselig die Schaltung abnehmen. Hier die (hoffentlich richtige) Skizze dazu.

Warum verwenden die Hersteller nicht gleich One-Chip Linedriver wie z.B. den SSM2142 oder DRV134 ? Diese IC’s sind wirklich gut. Da keine Außenbeschaltung notwendig ist sind sie wesentlich billiger und ersetzen locker solch aufwändige Schaltungen wie oben.